Hart – herzlich – Härtling

von Jürgen Philipp am 01.08.2017 um 19:29 | Foto: GEPA Pictures

Manuel Hartl im Interview warum er zu seinem Herzensverein zurückgekehrt ist, was die blauweißen Fans auszeichnet, warum er sich als ´Oida Voda´ sieht, und weshalb BW gegen Liefering gewinnen wird.

Du hast in Interviews immer davon gesprochen, dass BW dein Herzensverein ist. Seit wann ist das so?

Das begann als ich noch ein junger Spieler war, zu Zeiten des FC Linz. Ich bin zwar nicht familiär geprägt worden, aber meine Sympathien gehörten immer ganz klar den blauweißen Farben. Dann hat sich das nach und nach weiterentwickelt: Als meine Mitspieler von damals alle ins LASK BNZ gewechselt sind, habe ich mir innerlich gesagt: `Zu Fleiß nicht´, obwohl es nie ein negatives Erlebnis mit dem LASK gegeben hat. Der Bezug und die Sympathie zu Blauweiß waren einfach da. Als ich dann meine erste Saison beim Stahlstadtklub spielte, legten wir eine sensationelle Leistung hin. Wir haben Salzburg aus dem Cup geworfen und eine Serie gestartet, die mit dem Aufstieg endete. Das war natürlich auch prägend.

 

Hast du den Stahlstadtklub bei deinen anderen Profistationen verfolgt?

Ja natürlich, auch die Agenda habe ich mitbekommen. Der David ist ja nicht nur ein Ex-Mitspieler von mir, sondern wir sind ja auch freundschaftlich verbunden. Seine Vision mit der Agenda 2027 hat mir natürlich zugesagt. Er ist als Sportvorstand so wie er als Tormann war, das habe ich in den Verhandlungen gemerkt. Er ist in gewisser Weise noch das ´Tier´ von früher, aber er hält was zu halten ist. Das hat mir den Wechsel zurück nach Linz erleichtert, obwohl ich noch eine Liga höher hätte spielen können.

 

Wie siehst du deine Rolle in der Mannschaft?

Bei St. Pölten waren fast alle Spieler verheiratet und hatten Kinder. Bei Blauweiß bin ich der einzige Verheiratete und nur zwei haben Nachwuchs. Wenn man so will, bin ich ein bisserl der ´Oide Voda´. Natürlich bin ich als ältester Spieler der Routinier schlechthin. Daher sehe ich meine Rolle als einer der voran geht, der den jungen Spielern auch mal seine Sicht der Dinge vermittelt. Ich will die Jüngeren unterstützen. Aber ich habe noch viel vor, bin voll fit, will meine Leistung abrufen und nach drei Jahren gerne nochmals drei anhängen.

 

Du hast eine enge Beziehung zu den Blauweiß-Fans. Was macht die Fanszene aus?

Das ist schwer zu sagen, weil es bei den anderen meiner fußballerischen Stationen keine solche Fanszene gab. Das lag auch daran, dass man kaum Kontakt zu den Fans hatte. Wenn ich in St. Pölten spazieren ging und es kamen zehn Fans auf mich zu, kannte ich gerade mal einen von ihnen. Beim Cupspiel nach der Welle gegen Karabakh habe ich sofort eine Menge Leute erkannt mit denen ich schon einmal am Platz diskutiert habe oder sogar fortgegangen bin. Bei Blauweiß ist man als Spieler viel angreifbarer. Man muss sich natürlich auch einiges anhören, wie zuletzt nach der 0:4 Niederlage. Aber dafür bekommt man die Sicht der Fans mit. Was bleibt ist eine Fanszene, die sich nicht nur Choreos ausdenkt oder Auswärtsfahrten organisiert, sondern auch wohltätige Aktionen, oder Aktionen für den Nachwuchs, einfallen lässt. Da treffen Menschen aus verschiedenen Schichten aufeinander, die gemeinsam etwas bewegen. Das ist großartig.

 

Warum sollten diese Fans gegen Liefering unbedingt ins Stadion kommen?

Weil sie garantiert Tore sehen werden, und zwar Tore, die wir schießen, weil wir gewinnen werden. Davon bin ich felsenfest überzeugt.

 

 

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