Lebenswerk in Blau-Weiß

von Harald Bartl / OÖNachrichten am 29.11.2017 um 10:53 | Foto: GEPA Pictures

Hermann Schellmann erhielt am Dienstagabend bei der Sportlerwahl der OÖNachrichten für sein Lebenswerk mit dem "Goldenen Leo" ausgezeichnet.

"Für die Rettung eines ganz besonderen Stücks oberösterreichischer Fußballgeschichte", erhielt Ex-Präsident Hermann Schellmann am Mittwoch den "Goldenen Leo" und somit die absolut verdiente Auszeichnung  für sein Lebenswerk.

Es war der 31. Mai 1997. Jener Tag, an dem der FC Linz, damals Nachfolgeverein des SK VÖEST, nach der Fusion mit dem LASK vor dem Ende stand. Nach dem letzten Derby gegen die Schwarz-Weißen bat Schellmann erst den Stadionsprecher, die beiden inoffiziellen Klubhymnen "Immer wieder geht die Sonne auf" von Udo Jürgens sowie Drafi Deutschers "Marmor, Stein und Eisen bricht" aufzulegen.

Danach griff Schellmann, damals selbst nur einfaches Vereinsmitglied, zum Mikrofon und versprach den zum Teil weinenden Fans: "Behaltet eure Fanutensilien. Ich verspreche, dass es uns in irgendeiner Form weitergeben wird." So, wie immer, hat Schellmann auch damals sein Wort gehalten. 20 Jahre später spielt der FC Blau-Weiß Linz in der zweithöchsten Fußball-Liga Österreichs. Man übernahm den Verein Austria Tabak in der oberösterreichischen Landesliga, und führte die Blau-Weißen wieder in den Profifußball.

Die Handschlagqualität und das Herz für den Verein waren stets Schellmanns größte Stärken. Bereits als 12-Jähriger hatte er für den SK VÖEST gespielt. Als Präsident führte Schellmann den Verein als Betrieb mit familiärem Flair. Seine Gattin Gerlinde und die Söhne Thomas und Michael waren immer im Klub eingebunden. Die Büroräume von Schellmanns Transportunternehmen SpedPack waren immer auch die Klubzentrale. Jetzt hat Schellmann zumindest mehr Zeit für die geliebten Skiurlaube. Dass ihn der "Virus Blau-Weiß" nie loslassen wird, versteht sich von selbst.

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