Mehr als ein Coach: Thomas Sageder

von Jürgen Philipp am 15.12.2017 um 12:38 | Foto: GEPA Pictures

Die Verpflichtung von Thomas Sageder ist mehr als ein Trainerwechsel. Der 34-jährige nimmt sein komplettes Betreuerteam mit, und hat auch schon Neuzugänge im Kopf.

Viele Namen sind kursiert, viele Gerüchte wurden gestreut: Nun ist es fix. Mit Thomas Sageder kommt ein alter Bekannter zurück – obwohl von alt keine Rede sein kann. Nach zahlreichen Hearings und intensiven Gesprächen mit mehreren Kandidaten fiel die Entscheidung auf den 34-jährigen Innviertler, der trotz seiner Jugend eine Menge Routine mit im Gepäck hat. „Wichtig war das Gesamtpaket, und sein Konzept wie er es schaffen will, den Turnaround zu bewerkstelligen. Es war alles sehr schlüssig. Auch beim gesamten Vorstand hat er voll gepunktet. Im Gegensatz zur vorigen Trainerbestellung, wo man sich viel auf Meinungen anderer verlassen musste, kenne ich Sagi in- und auswendig und weiß wie er tickt. Er hat als Co-Trainer bei Blauweiß und bei Ried exzellente Arbeit geleistet und schlussendlich bei Wallern extrem viel herausgeholt“, so Sportvorstand David Wimleitner zu Sageders Bestellung.

Ein Teil des angesprochenen Konzeptes umfasst den Betreuerstab. Thomas Sageder nimmt bewährte Kräfte mit in die Stahlstadt, allesamt Leute von hoher Qualität – unter anderem werden auch zwei Betreuer zum Team stoßen, die Mentaltrainerausbildungen absolviert haben (mehr dazu in den nächsten Tagen und Wochen). „Damit können wir sofort und ohne Zeitverlust zu arbeiten beginnen. Auch den Großteil der Spieler und das Umfeld kenne ich ja bereits.“ Die erste Analyse des neuen Coaches: „Die Mannschaft ist viel besser als sie dasteht. Es herrscht halt große Verunsicherung.“ Diese will er mit seinen Leuten vertreiben und die hängenden Köpfe so schnell wie möglich wieder aufrichten. „Wir werden uns von Anfang an voll und ganz um die Stabilisierung der Defensive kümmern. Wir haben zu viele Tore bekommen und viele davon zu leicht.“ Bis 8. Jänner lässt er den Spielern Zeit sich zu erholen, dann geht es sofort an die Mission Klassenerhalt. „Dazu wird es weitere Spieler brauchen. Ich habe bereits einige Namen im Kopf, die uns weiterhelfen werden, und das auch gleich mit dem Vorstand besprochen. Auch diese Neuverpflichtungen waren eine Bedingung von mir.“

Sageder studierte Trainingswissenschaften in Salzburg und absolvierte zudem die Pädagogische Akademie: „Mit diesem Background kann ich konditionell, taktisch und mental arbeiten.“ Seinen bisherigen Hauptjob als Lehrer wird er auf einen – ohnehin trainingsfreien – Tag in der Woche stark verkürzen. „Ich stehe damit Blauweiß zu 100% zur Verfügung.“ Cheftrainer bei einem Bundesligisten zu werden, war schon in jungen Jahren sein Ziel, und er arbeitete akribisch auf diese Chance hin. Schon im Alter von 24 Jahren saß er das erste mal als Jugendtrainer in Riedau auf der Betreuerbank. Schnell wurde sein Talent entdeckt. Red Bull Salzburg holte ihn bereits ein Jahr später für den Jugendbereich. Drei Jahre lang blieb er bei den Bullen, ehe er für ein Jahr wieder in seine Heimat, konkret zur Aka Ried wechselte. „Schließlich bot mir Heinz Hochhauser an Co-Trainer bei Red Bull Ghana zu werden.“ Sageder nahm an und übernahm bereits nach kurzer Zeit als Cheftrainer das Ruder. Die Schwangerschaft seiner Lebensgefährtin ließ ihn wieder nach Österreich zurückkehren – und zwar zum Stahlstadtklub, wo er anfangs Co-Trainer von Thomas Weißenböck war, und die erste Profisaison des Stahlstadtklubs auf Platz sechs und dem Cup-Achtelfinale beendete. „Mein Sohn ist quasi ein gebürtiger Blauweißer, kam er doch zu dieser Zeit auf die Welt“, meint der Riedauer augenzwinkernd. Fast wäre er damals schon Cheftrainer bei den Königsblauen geworden, doch Ried machte ihm ein verlockendes Angebot. Zweieinhalb Jahre war er Co-Trainer von Michael Angerschmid, Gerhard Schweizer und Oliver Glasner. Zuletzt war er Cheftrainer beim SV Wallern, wo er eine nicht gerade hoch favorisierte Mannschaft auf Platz zwei hinter Ligakrösus Oedt führte. Und noch ein großes Plus nimmt Thomas Sageder mit in die Stahlstadt: Er ist ein Trainer zum Anfassen. „Blauweiß hat auch als Profiverein immer darauf geachtet, den Kontakt zu den Fans zu halten. Ich werde daher so bald als möglich auf sie zugehen und ihnen Rede und Antwort stehen.“

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