Erste Liga | 8. Runde | Linzer Stadion | 1.700 Zuschauer
FC Blau-Weiß Linz
2:0
(0:0)
SCR Altach

Blau Weiß bezwingt den Titelanwärter

von Hannes Kollroß am 19.08.2011 um 21:05 | Foto: Bernd Speta

Mit einer bärenstarken Leistung zwangen die Königsblauen den Favoriten Altach in die Knie. Nikolov und Poljanec sorgten für das verdiente 2:0.

In der achten Runde der „Heute für Morgen Erste Liga“ trat Titelaspirant Altach bei Blau Weiß an. BW-Trainer Thomas Weissenböck setzte im Angriff wieder auf die Dreierreihe, dieses Mal mit Hartl-Hassler-Huspek. 1.750 Fans fanden auf die Gugl, darunter ca. 30 Altach-Anhänger.

Kontrollierten die Altacher in den Anfangsminuten noch das Geschehen, kamen die Blau Weißen dann sehr gut in Fahrt und waren dem Aufstiegskandidaten aus Vorarlberg über weite Zeiten der ersten Halbzeit klar überlegen! Die Angreifer Hartl, Hassler und Huspek wurden von den Kreativen Wawra und Nikolov sehr gut unterstützt, sorgten darum ein ums andere Mal für Gefahr.

Der erste geniale Moment dann nach elf Minuten: Dominic Hassler setzte Hartl mit der Ferse ein, doch dieser wurde leider am Torschuss gehindert. Kurz darauf hätte der starke Hassler beinahe selbst getroffen. Nach einer Huspek-Flanke konnte Altach-Keeper Kobras seinen Kopfball gerade noch von der Linie kratzen! In der 20. Minute dann das nächste Highlight: Super Pass vom Zehner Nikolov auf Huspek und der bezwang Martin Kobras. Die Altacher Verteidiger kratzen den Ball aber gerade noch von der Linie. Der Titelaspirant hatte BW wenig entgegenzusetzen, am ehesten wurden die Vorarlberger über den laufstarke Erbek gefährlich. Doch wirklich gefährlich war vor allem BW! Nach 26 Minuten setzte der gut aufgelegte Dominic Hassler den Bulgaren Svetozar Nikolov ein und dieser zog ab. Sein Schuss traf leider nur die Außenstange. „Hier regiert der SKV“ skandierten die enthusiastischen Fans - zu Recht!

Nun zog Vorisek ein paar Mal ab, doch richtig gefährlich waren die Schüsse vom Altach-Routinier heute nicht. Nach 38 Minuten probierte sich sein Kollege Patrick Seeger, doch auch sein Schuss zischte am BW-Gehäuse vorbei. Nach 42 Minuten zückte Frau Schiedsrichter Tanja Schett das erste Mal das gelbe Billet, Peter Vorisek war der Sünder. Tor gab es hingegen im ersten Durchgang noch keines zu sehen, Blau Weiß war aber doch die klar bessere Mannschaft.

In der „Jausnzeit“, wie die Halbzeitpause umgangssprachlich gerne genannt wird, hatte Goalie Wimleitner keine Zeit zum speisen, vielmehr musste der Kämpfer am Knie verarztet werden. Doch letztendlich konnte der Publikumsliebling weitermachen.

Vergab man im ersten Durchgang die Chancen noch, war man in der zweiten Halbzeit gleich zur Stelle. Außenverteidiger Stefan Rabl wagte sich in Minute 48 mit nach vorne, zog mit einem Haken in die Mitte, setzte Svetozar Nikolov ein und dieser knallte den Ball unhaltbar für Goalie Kobras in den Winkel! „Die Nummer Eins in Linz sind wir“ hallte es in den Folgeminuten durchs Gugl-Oval und Blau Weiß marschierte weiter wie aufgeblasen. Doch nachlegen konnte man nicht gleich, der starke Piesinger köpfte nach Wawra-Ecke über das Tor. In Minute 55 und 57 wurden dann Manuel Hartl und Piesinger verwarnt, beide unterbrachen mit ihren Fouls aber potenziell gefährliche Gegenangriffe der Gäste aus Vorarlberg.

In Minute 60 setzte sich wiederum Philipp Huspek in Szene. Toller Lochpass auf Dominic Hassler, der zog alleine aufs Tor und wollte Goalie Kobras umkurven. Der stärkste Altacher am heutigen Tag klaubte ihm aber den Ball vom Fuß. Kurz darauf brachte Salzburg-Legende und Altach-Coach Adi Hütter für Außendecker Guem den togefährlichen Ademi, setzte somit alles auf eine Karte. Die Altacher erarbeiteten sich ein optisches Übergewicht, konnten aber Goalie Wimleitner selten prüfen, da Abwehrchef Knabel und Kollegen enorm gut standen. Die beste Altach-Chance ereignete sich in Minute 71. Wimleitner ließ eine Netzer-Granate aus 20 Metern nach vorne abklatschen, Lienhart schoss den Abpraller über das Tor. Doch der Ex-GAK-Spieler wäre sowieso im Abseits gestanden. Höltschl, Arapovic und Poljanec wurden derweilen nach der Reihe eingewechselt und sollen für frischen Wind sorgen. Für diesen sorgte an diesem Abend auch Philipp Huspek – und das über 90 Minuten. In der 75. setzte er nach tollem Dribbling Arapovic ein, der zog komplett freistehend am Sechzehner volley ab, doch sein Schuss wurde geblockt.

In den Schlussminuten trieb insbesondere Harun Erbek die Gäste immer wieder an, doch es gab gegen die blau weiße Mauer einfach kein Durchkommen! Im Gegenteil, denn zwei blau weiße Joker machten alles klar! Höltschl setzte in Minute 88  David Poljanec ein, dieser zog in den Strafraum und vollendete eiskalt! Der Jubel bei Fans und Spielern kannte keine Grenzen mehr. Aber Poljanec hatte noch nicht genug. In der Nachspielzeit griff wieder einmal Huspek an, ließ Lienhart langsam wie eine Weinbergschnecke aussehen. Sein Stanglpass gelangte zu Poljanec, der zog ab, doch Kobras lenkte das Geschoss gerade noch über die Latte. So endete die Partie mit einem hochverdienten 2:0-Sieg für FC Blau Weiß Linz!

Der angeschlagene Wimleitner biss die Zähne zusammen, die Abwehr stand enorm sicher, das Mittelfeld agierte spielstark und ganz vorne liefen Huspek und Co den Altachern nur so um die Ohren. Der Sieg gegen den Titelaspiranten Altach ging also mehr als in Ordnung und hätte sogar deutlich höher ausfallen können!

So macht der Stadionbesuch richtig Spaß, die Stahlstadtkicker machten die Welle mit den Fans!

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BW Linz vs. Altach

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Weitere Spiele der 8. Runde

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FC Lustenau - A. Lustenau 3:1
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