"Ich bin fußballnarrisch"

von Jürgen Philipp am 05.08.2014 um 08:55 | Foto: Markus Kapl

Bei Regionalliga.at im Team der Runde, bei der blauweißen Premiere gleich Torschütze: Lukas Gabriel im Talk darüber, dass er als Introvertierter ganz schön laut werden kann und warum er am Spieltag Kaffee und Kuchen braucht.

Lukas, das erste Meisterschaftsspiel 4:0 gewonnen, ein Tor erzielt und bei regionalliga.at ins Team der Runde gewählt, wie fühlt man sich da?

Lukas Gabriel: Das erste Spiel bei einem neuen Verein ist immer etwas Besonderes. Das war natürlich ein Einstand nach Maß, wir haben die Fans gleich mitgerissen, das ist nicht nur für uns, sondern auch für das Trainerteam und den ganzen Verein extrem wichtig. Nach der Niederlage gegen Salzburg hatten wir schon einen gewissen Druck, da tut ein solcher Sieg natürlich besonders gut.

Kann das Team diesen Spirit auch gegen St. Florian mitnehmen und was ist dein Tipp?

Lukas Gabriel: Das wird ein ganz anderes Spiel. Reinhard Burits, den ich ja beim FC Wels hatte, liebt den Ballbesitz, spielt gerne kurz-kurz und möglichst flach. Da wird es sehr auf die Taktik ankommen. Da unser Trainer St. Florian gut kennt, wird er sich dazu sicher eine geeignete Taktik einfallen lassen. Ich tippe auf Sieg für uns: 2:0, die Viererkette wird wieder dicht bleiben.

Apropos Viererkette: Man hat schon beim Auftakt gesehen, dass sie gut klappt, doch wie schwer ist es eigentlich als „Neuer“ sich in einer eingespielten Kette zurecht zu finden?

Lukas Gabriel: Das ist nicht so schwer, den Flo Maier kenn ich ja schon und man weiß schnell, welche Stärken und Schwächen die anderen haben. Darauf stimmen wir uns ab, das hat gegen Wallern sehr gut funktioniert. Die Vorbereitung war zwar durchwachsen, aber wir haben dadurch vielleicht noch akribischer und genauer gearbeitet.

Du warst ganz klarer Wunschspieler von Willhelm Wahlmüller, der neben deinem fußballerischen Können, deine menschlichen Qualitäten herausstreicht. Was meint er damit konkret?

Lukas Gabriel: Ich bin extrem fußballnarrisch, mich interessiert alles rund um den Sport, die Ernährung, oder die sportwissenschaftliche Seite und das möchte ich auch am Platz umsetzen. Ich versuche am Rasen „zu leben“, nicht nur mit Leistung, sondern auch verbal meine Mitspieler mitzureißen. Ich scheue mich nicht vor Verantwortung. Dabei bin ich eigentlich ein eher introvertierter und ruhiger Mensch, aber am Platz kann ich laut werden, wenn es sein muss.

Viele Spieler pflegen besondere Rituale, hast du solche?

Lukas Gabriel: Ja klar, am Tag vor dem Spiel esse ich immer das selbe und am Spieltag gehe ich immer auf Kaffee und Kuchen, auch mit Mitspielern, das muss sein. Da gibt es schon eine gewisse Grundspannung.

Erzähle noch ein wenig über dich, deine Familie, was machst du beruflich, welche Hobbys hast du?

Lukas Gabriel: Ich studiere Wirtschaftswissenschaften an der JKU und wohne mit meiner Freundin hier in Linz. Privat bin ich gerne mit meinen Kumpels aus der Zeit an der AKA Ried unterwegs. Zum Runterkommen gehe ich mit meinem Vater fischen, da wird natürlich auch über Fußball gesprochen. Mein Vater ist bei fast jedem Spiel dabei, daheim und auswärts. Er spielte selber in Braunau und war Trainer. Ich habe noch eine Schwester und einen Bruder.

Steckbrief

Seine ersten Fußballschuhe zerriss, der im bayrischen Burghausen geborene, Lukas Gabriel mit 5 Jahren in Deutschland bei Kirchberg, wo sein Vater auch sein Trainer war. Mit 10 kam er nach Ranshofen und spielte beim hiesigen ATSV. Zwar ging der erste Versuch SV Ried „Akademiker“ zu werden, noch daneben, über die Sport-HAK in Bad Ischl gelang es ihm schließlich doch, und er kam mit 17 Jahren zu ersten Profieinsatzehren. Als Kooperationsspieler ging er zum FC Wels und anschließend nach Pasching, wo er zwei Jahre unter Vertrag war, und in dieser Zeit ein halbes Jahr an St. Florian verliehen wurde. Sein Trainer damals: Wilhelm Wahlmüller.