Der Brückenbauer

von Jürgen Philipp am 01.02.2017 um 11:09 | Foto: Beyrer Consulting Group

An der „Agenda 2027“ des FC Blau-Weiß Linz wird fleißig gearbeitet. Der Prozess des Generationswechsels wird vom international erfahrenen Unternehmensberater Harald Beyrer begleitet.

Mit Harald Beyrer, Geschäftsführer von Beyrer Consulting Group, engagierte der FC Blau-Weiß Linz einen Profi, um die Agenda 2027 ins Laufen zu bringen und den Generationswechsel beim FC Blau-Weiß Linz zu begleiten. Kernstück dieser Agenda ist das klare Bekenntnis zum Profifußball. „Der Reiz den Verein dabei zu unterstützen, liegt für mich im Bündeln der vorhandenen Kräfte und Ressourcen, die beim FC Blau-Weiß Linz in hohem Maße vorhanden sind. Sich bei einem Fußballclub zu engagieren, ist von großer Leidenschaft geprägt. Doch auch Vereine brauchen Strukturen um ihre Ziele zu erreichen.“ Diesen klaren Fokus gilt es auch für den Linzer Stahlstadt-Klub zu finden. „In einem Fußballverein ist dieser Prozess weitaus anspruchsvoller als in einem Unternehmen – es braucht viel Fingerspitzengefühl um alle auf den Erfolgskurs 2027 mitzunehmen.“

Harald Beyrer analysiert gemeinsam mit Vereinsverantwortlichen, Spielern, Sponsoren und Mitgliedern die Stärken und Schwächen des FC Blau-Weiß Linz und sucht nach den Kernwerten. Unter Berücksichtigung des  ´Markt- und Wettbewerbsumfeldes´ wird dann ein Leitbild und der Umsetzungsplan für die Agenda 2027 erarbeitet. „Ich habe das Gefühl, dass alle Beteiligten miteinander etwas erreichen wollen, und dabei werden enorme Kräfte frei. Sogar die Situation als aktueller Tabellenletzter kann einen positiven Druck erzeugen“, so der 52-jährige. Der Weg, den Hermann Schellmann bisher ging, war laut Beyrer bisher der absolut Richtige. Nun gilt es mit einem Führungsteam zu arbeiten und einen teambasierten Führungsstil zu etablieren. Ein Team, das arbeitsteilig agieren wird, und für ihren jeweiligen Bereich Verantwortung übernimmt. Harald Beyrer kennt das aus seiner täglichen Arbeit: „Der Führungsstil ändert sich auch in der Wirtschaft. Es ist seit jeher meine Aufgabe Unternehmen zu Spitzenleistungen zu führen.“ So wie bei seinen Kunden in der Wirtschaft will Harald Beyrer dazu beitragen den FC Blau-Weiß Linz wieder zu Spitzenleistungen zurückzuführen und die „Agenda 2027“ zur Realität werden zu lassen.

Beyrers Konnex zum Fußball – und speziell zum Blauweißen aus Linz – ist seit Kindesbeinen gegeben. Er begann als Sechsjähriger in seinem Heimatort Pregarten im ASKÖ-Dress den Ball hinterherzujagen. Schon bald entdeckte er die Reize des Spielertrainers. „Mit 15 Jahren coachte ich erstmals unser Schülerteam.“ Als 18-jähriger wurde er von SK VOEST Legende Ferdinand Milanovic entdeckt und vom Fleck weg für die U21 des Werksportvereins engagiert. „Ich war der Einzige in meinem Jahrgang der von einem Verein der 2. Klasse kam.“ Nach dem ersten Spiel gegen den LASK auf der Ersatzbank, bekam er bereits ein Spiel später die Chance gegen Rapid. Die nutzte Beyrer und wurde sofort Stammspieler. In einem Kader mit VOEST-Legenden wie Sigi Bauer, Kurt Kaiserseder oder Gerhard Ulmer rockte er – gecoacht vom kürzlich verstorbenen Alfred Günthner – die Liga. „Man bot mir einen Profivertrag an, den ich aber ablehnte.“ Beyrer zog es zurück nach Pregarten wo er mit 19 jüngster Spielertrainer Österreichs und auch sofort Meister wurde. „Ausflüge“ zu Schwertberg und St. Florian, jeweils in der zweiten Landesliga, rundeten seine Fußballerjahre ab.

Gleich vormerken: Das Leitbild des FC Blau-Weiß Linz wird am 14. Februar um 19h in der Tabakfabrik Linz den Fans präsentiert.