Präsentation Agenda 2027

von Jürgen Philipp am 14.02.2017 um 22:30

In der Tabakfabrik Linz wurde den zahlreichen Fans die Agenda 2027 präsentiert. Der FC Blau Weiß Linz will damit in jeder Hinsicht wieder erstklassig werden.

Selbst am Valentinstag ließen es sich rund 200 Fans des Stahlstadtklubs nicht nehmen, um den Zukunftsplänen des FC Blau-Weiß Linz zu lauschen. Die Tabakfabrik, als symbolischer Ort der Wurzeln des Vereins, die in der Stahlindustrie und dem SV Austria Tabak liegen, sollte bewusst zum Schauplatz eines Neubeginns werden. Die Location selbst steht für den Wandel von Old Economy zu einem kreativen Innovations-Hotspot. Die gesamte Präsentation könnt ihr übrigens downloaden, den Link findet ihr am Ende des Berichtes.

In dieser altehrwürdigen Umgebung ließ Präsident Hermann Schellmann die Vergangenheit Revue passieren. Seinem Mut ist es zu verdanken, dass man überhaupt an die Zukunft denken kann. Im November 2016 gab der "Commandante" seinen Entschluss bekannt sich mit Ende Juni 2017 aus allen Ämtern zurückzuziehen. Er wollte dem neuen Führungsteam Zeit geben sich zu finden und zu konsolidieren. Schellman freut sich über das neue Team und dass man an einem Strang zieht. Ein Team, das aus Walter Niedermayr, der als künftiger Präsident für die Organisation verantworlich sein wird, David Wimleitner als Sportvorstand, Christian Wascher als Marketingvorstand und Hans Peter Weißenecker, Vorstand für Finanzen besteht. Manfred Arthofer komplettiert als Rechtsbeistand die neue Organisation.

Eine Organisation die gemeinsam mit dem Unternehmensberater Harald Beyrer erarbeitet wurde. Beyrer gab Einblicke in den Prozess. "Es wurde mit Leidenschaft, Akribie und hoher Qualität am neuen Leitbild und der Agenda gearbeitet." Unzählige Stunden der Vorbereitung, Diskussion und Analyse wurden investiert. "Dieses Herz und die Leidenschaft mit der gearbeitet wurde, hat mich echt beeindruckt", so Beyrer. Auf Basis dieser Analysen entstand in Teamarbeit das neue Leitbild und die Agenda.

Eine Agenda, die Walter Niedermayr auf den Punkt bringt: "Wir wollen ein Profiverein werden, wir wollen ein Mitgliederverein werden und wir wollen in jeder Hinsicht wieder erstklassig werden." Eine Aussage, die mit frenetischen Beifall quittiert wurde. Dazu will man sich um die Fans kümmern um sie wieder vermehrt ins Stadion zu locken. Kurzfristig steht natürlich der Klassenerhalt im Fokus - an dem aber niemand im Team zweifelt - auch nicht die vollzählig vertretene Mannschaft samt Trainerteam. Mittel- und Langfristig will man das Budget verdoppeln, bis zu 1.000 Mitglieder werben und 10% des Budgets in den Nachwuchs investieren. Niedermayr betont dabei, dass die Pläne auch bei einem eventuellen Abstieg konsequent verfolgt werden.

Allgemein soll eine neue Kultur des Miteinanders geschaffen werden, wie der künftige Finanzvorstand Hans Peter Weißenecker in seinem Statement betont: "Das Wir steht vor dem Ich." Das Gesamtinteresse des Vereins steht im Vordergrund. Weissenecker betont, dass der Verein: "Sportlich, menschlich und wirtschaftlich" wieder erstklassig werden will. Wirtschaftlich sei in Linz genügend Potenzial vorhanden, um daraus Profit zu schlagen. Das Dreieck aus Verein, Kultur und Wirtschaft soll vermehrt bearbeitet werden.

Der künftige Sportvorstand David Wimleitner erklärt die Agenda aus sportlicher Sicht. In den kommenden zehn Jahren soll nicht nur die Profiabteilung nach oben streben, sondern mit ihr auch der Amateur- und Nachwuchsbereich. Bis 2027 sollen die Profis in die allerhöchste Spielklasse aufsteigen, die Amateure in dieser Zeitspanne bis in die OÖ Liga klettern. Auch dem Nachwuchs wird besonderes Augenmerk geschenkt. Man will die "Nummer eins hinter den Akademien werden". Dabei will man den jungen Spielern Zeit für ihre Entwicklung geben. 

Dass es nicht nur bei Worten bleibt, sondern auch sofort Taten folgen, unterstrich Christian Wascher, der künftige Marketingvorstand. "Die Umsetzung beginnt bereits morgen. Wir werden intern und extern besser kommunizieren. Der Mitgliederverein ist bereits auf Schiene und wird nun Schritt für Schritt umgesetzt." Dabei unterstützt Manfred Arthofer mit seiner Rechtsexpertise. Vorbild für diese Struktur sei Rapid Wien, verrät Weissenecker: "Wir wollen aber nichts kopieren, sondern unseren eigenen Weg zum Mitgliederverein gehen." Ein weiteres konkretes Ziel ist die Gründung der GmbH.

Mit dem Applaus der Fans und der folgenden intensiven Diskussion mit den Vertretern des neuen Teams endete das "Date" mit dem Verein. Für den FC Blau Weiß Linz beginnt aber damit eine neue Ära.

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