Der Gegner im Fokus - Runde 25

von Wolfgang Hötzenegger am 22.03.2012 um 10:58 | Foto: Lorenz Leitner

Vor dem nächsten Heimspiel wurde der ehemalige Blau Weiße und jetzige Grödiger Peter Riedl zum Interview gebeten.

Von 2002 bis 2004 spielte Peter Riedl in der Regionalliga Mitte für die blau weißen Linzer. Mittlerweile ist er für den SV Grödig engagiert und gastiert am Freitag mit seinem Team bei den Stahlstadtkickern. Grund genug, um den sympathischen Allrounder für die neue Serie "der Gegner im Fokus" zum Interview zu bitten.

Peter, erinnerst du dich noch gerne an die Zeit bei Blau Weiß zurück?

Ich erinnere mich sehr gerne zurück an die Zeit in Linz.  Ich habe bis heute mit vielen Spielern immer wieder Kontakt und zu dem ein oder anderen ist auch ein echtes freundschaftliches Verhältnis entstanden. Sportlich muss man aber ganz klar sagen, war es eine durchwachsene Zeit, da erinnert man sich natürlich nicht so gerne zurück. Das hätte sicher ein wenig anders laufen können.

Seit 2009 spielst du nun für Grödig! Wie schaut deine sportliche Bilanz aus?

Ich wurde 2009 nach Grödig geholt, um beim Aufstieg in die Erste Liga mitzuhelfen. Das ist uns gleich im ersten Jahr sensationell gelungen. Letztes Jahr hatten wir als Ziel den Nichtabstieg. Im Laufe der Saison waren aber dann immer wieder Phasen dabei, wo man unzufrieden war. Wir hatten sehr gute Namen im Team und im Grunde haben sich alle mehr erwartet. Schlussendlich aber haben wir das Ziel erreicht. Dieses Jahr wurde Platz fünf am Ende der Saison ins Auge gefasst und wenn ich auf die Tabelle blicke, sieht das sehr gut aus.

Was ist langfristig möglich?

Der Aufstieg in die Bundesliga wäre sicher ein großer Schritt. Von Seiten des Vereines ist das natürlich ein Thema, aber sicher nicht kurzfristig. Planen lässt sich das ohnehin nicht oder nur sehr schwer. Wir tun alle gut daran, einen Schritt nach dem anderen zu setzen.

Ihr habt derzeit einen super Lauf und seid heuer noch unbesiegt – warum läuft es so gut?

Wir hatten im Sommer erneut mit einer große Fluktuation zu kämpfen. Die Mannschaft hat lange gebraucht, um sich kennenzulernen. Jetzt haben wir eine gute Vorbereitung gemacht und nun greift ein Rad ins andere. Es waren auch im Herbst einige gute Partien dabei, jedoch konnten wir diese meistens nicht bestätigen.

Was deine Person angeht, so müssen wir feststellen, dass du derzeit nicht erste Wahl bist. An was liegt das?

Kurz gesagt - der Trainer setzt leider momentan nicht auf mich. Wir haben eine hohe Dichte im gesamten Kader und aktuell spielen eben andere. Das kann sich aber schnell wieder ändern und ich versuche mich im Training jeden Tag aufzudrängen.

Wie bewertest du die Situation rund um euren Trainer?

Uns wurde Anfang der Woche mitgeteilt, dass die Trainerverträge nicht verlängert werden. Persönlich tut mir das sehr leid, weil ich wirklich gut mit Heimo Pfeifenberger klar komme. Für die Mannschaft ist es aber sehr wichtig, dass es jetzt endlich  klar ist, in welche Richtung es geht. Wir können uns nun wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Es war in den letzten Wochen teilweise schon sehr mühsam – das ewige hin und her.

Welchen Stellenwert hat für dich Blau Weiß in der Liga?

Wenn wir uns alleine die Linzer Derbys ansehen, die von den Zuschauerzahlen her alles andere in der Liga in den Schatten stellen, dann sagt das eigentlich alles. Blau Weiß ist ein echter Traditionsverein und für mich ein großer Gewinn für die Liga. Vielleicht schaffen es der GAK und Vorwärts Steyr auch langfristig nach oben, dann haben wir eine Bomben Liga.

Könntest du dir eines Tages eine Rückkehr nach Linz vorstellen?

Auf jeden Fall! Wir haben uns damals im Guten getrennt und wenn es eines Tages die Möglichkeit gibt, dann wäre das mehr als eine Überlegung wert.